Tugend als Lebensstil

 
 
 

EIN LEBENSSTIL, DER LEIDEN VERMINDERT - BEI DIR SELBST UND BEI ANDEREN.


Das Wort Tugend klingt für viele etwas altmodisch, moralisch aufgeladen oder religiös. Im heutigen Sprachgebrauch wird es oft ersetzt durch Begriffe wie Werte, Haltung, Charakter, Integrität.

Im buddhistischen Verständnis meint Tugend jedoch vor allem eine ethische Lebensweise, die Geist und Herz klärt. Sie ist keine äußere Moral und kein Regelkatalog, sondern eine innere Übung, die Unruhe, Schuld, Angst und Verstrickungen verringert.
Tugend ist ein Trainingsweg für den Geist. Du übst, so zu handeln, zu sprechen und zu denken, dass dein Geist ruhiger, klarer und mitfühlender wird.

Entscheidend ist dabei die Absicht. Eine Handlung gilt als tugendhaft, wenn sie aus Nicht-Gier, Nicht-Hass und Nicht-Verblendung entsteht. Es geht also weniger um die Frage «Was habe ich getan?», sondern vielmehr um «Warum habe ich es getan?»

Die fünf grundlegenden ethischen Übungsregeln (Fünf Silas)

Sie sind Leitplanken, keine Verbote.

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1. Nicht töten oder verletzen

Man bemüht sich, keine Lebewesen absichtlich zu töten oder zu verletzen.
Im Mittelpunkt stehen Mitgefühl und Respekt vor allem Leben – Menschen, Tieren und der Natur. Dazu zählt auch indirekte Gewalt: durch Worte, Verhalten, Entscheidungen oder bewusstes Unterlassen. Sie verletzt das Prinzip der Gewaltlosigkeit, weil sie aus Gleichgültigkeit, Gier, Angst oder Unwissen entsteht.

Wunsch:
Angst und Leid in der Welt lindern – und im eigenen Geist Aggression und Härte auflösen.

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2. Nicht stehlen

Nichts nehmen, was einem nicht freiwillig gegeben wurde.
Dazu gehören auch Betrug, Ausnutzung, Unterschlagung oder scheinbar «kleine» Unehrlichkeiten. Auch Zeit, Ideen oder Anerkennung können gestohlen werden.
Die Grundlage ist Genügsamkeit und Respekt vor dem Besitz anderer.

Wunsch:
Vertrauen fördern und Gier im eigenen Geist reduzieren.

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3. Kein sexuelles Fehlverhalten

Sexuelles Verhalten vermeiden, das sich selbst oder anderen schadet.
Gemeint sind unter anderem Zwang, Manipulation, Untreue oder das Ausnutzen von Abhängigkeiten. Es geht nicht um Sexualität an sich, sondern um Achtsamkeit, Verantwortung und Respekt. Auch Selbstschädigung – etwa durch zwanghaftes oder selbstentwertendes Verhalten – fällt darunter.

Wunsch:
Leid durch Begehren, Eifersucht und Schuldgefühle vermindern und gesunde Beziehungen fördern.

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4. Nicht lügen

Keine Unwahrheit sagen und andere nicht bewusst durch Worte schädigen.
Dazu zählen auch Halbwahrheiten, Manipulation, Verleumdung sowie verletzende oder spaltende Sprache.

 Wunsch:
Heilsames Reden üben: wahr, hilfreich, freundlich und zur rechten Zeit.
Vertrauen, Klarheit und innere Aufrichtigkeit entwickeln.

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5. Keine Rauschmittel

Keine Substanzen konsumieren, die den Geist trüben oder zur Achtlosigkeit führen.
Gemeint sind Alkohol und Drogen, aber auch alles, was bewusst die Achtsamkeit und Selbstkontrolle schwächt. Ein getrübter Geist führt leichter zu unheilsamem Handeln.

 Wunsch:
Bewusstes Handeln, Geistesklarheit und innere Freiheit stärken.

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Die fünf Regeln sind keine Gebote, sondern freiwillige Übungsprinzipien.

Tugend bedeutet nicht, perfekt zu sein oder keine Fehler zu machen. Fehler gehören zur Praxis. Entscheidend ist die Bereitschaft zu fragen: «Erkenne ich unheilsame Muster – und bin ich bereit, anders zu handeln?» 

«Handle, sprich und denke so, dass Leiden – bei dir selbst und bei anderen – weniger wird.»

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Quelle:
Mithelfer ChatGPT

Foto:
David Whipple on unsplash

 
Übersicht
 
Claudia Furrer